"Freie Kunst ist wie eine Empfehlung zu freien Entscheidungen und die Lizenz zum Empfangen unendlich vieler Denkanstösse, die immer verbindlich verworfen, oder in der Realität umgesetzt werden möchten. 

Der Unterschied von Träumenden und durch eine Profession tätig werdenden Künstler ist die tatsächliche, bis ins Detail ausgeführte und zu Ende gebrachte Idee eines Kunstprojektes. Arbeiten die einen Anfang und ein definitives Ende haben. Alle Kapitelideen, die zwischen dem Rahmen einer künstlerischen Arbeit liegen verwaltet der Künstler. Im Finale eines Arbeitsprozesses, welcher manchmal krisenhaft einem Kampf gleicht und verwirrend schmerzhaft sein kann, geht der professionell arbeitende Künstler zum Projekt eine Beziehung ein wie zu einem Kind. Es fordert, es wird geliebt, es treibt an, laugt aus, gibt das Gefühl einen Sinn auf dieser Welt zu haben und es verpflichtet den Künstler ungemein das, von ihm zur Welt Gebrachte, zu pflegen. 

Ausstellungen, Presseartikel, Interviews, Webseiten, posting, facebook, twittering, studieren sind Wege eine künstlerische Arbeit zu betreuen und zu pflegen. Mein Studium an der Bauhaus Universität Weimar hat mich gebildet und gehemmt. Es war für mich wie Koks nehmen. Fliegen bis ins Universum, abstürzen und kaputt sein mit einem völlig ausgebrannt, leerem Gehirn. Generell ist unabdingbar das Wichtigste eines künstlerischen Daseins das stete "am Ball bleiben" und sture Einfangen von kreativen Fiktionen die in die Realität quasi hinübergezogen werden müssen. All das ist ein enorm anstrengender Akt, der ein Leben lang andauert, egal welche Widrigkeiten erlebt werden."

 

Marlene Schnabel-Marquardt 29.12.2010  .... 

 

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